bauhaus reuse am Bauhaus-Archiv (2015-2018)

bauhaus reuse at Bauhaus-Archiv, Berlin, 2015-2018, © schnepp-renou

2015 bis 2018 stand das bauhaus reuse auf dem Areal des Bauhaus-Archivs in Berlin-Tiergarten, errichtet als Lehrbaustelle mit Bauauszubildenden in einer Art „Bildungsbauhütte“ von Mitte 2014 bis Mai 2015.

Die Idee des Projektes – das bauliche Erbe des Bauhauses auf experimentelle und dabei sowohl konkret materielle als auch bedeutungsvolle Weise aufzugreifen – fand seine Umsetzung zwischen 2015 und 2018 u.a. als Informationszentrum zu Bauhaus, in der Bauhaus-Werkstatt und als Veranstaltungsplattform zur Auseinandersetzung mit Architektur, Design und Stadtentwicklung. Die Schwerpunkte der Veranstaltungen lagen auf den Themen Bauhaus und Erbe der Moderne, Qualität und Nachhaltigkeit in Planungskultur und Entwicklung sowie Recycling und Ressourcenschutz. Das bauhaus reuse stellte als recyceltes Gebäude selbst und als Modellprojekt Anregungen zum Thema bereit. Durch die Wiederverwendung reflektiert das Projekt die Umgangsformen mit materiellem und kulturellem Erbe; eine Gratwanderung zwischen Marginalisierung und Entmarginalisierung, zwischen Alt und Neu, zwischen Bedeutungsaufladung, Ikone und Neutralisierung als verwendbares Material.

Das temporäre Gebäude bauhaus reuse besteht aus etwa 100 Metern Fassaden-Elemente von 1976 aus dem Bauhaus in Dessau, die von der Stiftung Bauhaus Dessau zur Verfügung gestellt wurden. Die Bauteile wurden 2011 anlässlich der energetischen Sanierung des Bauhaus-Gebäudes ausgebaut und für das experimentelle Wiederverwendungsprojekt bauhaus reuse neu zusammengefügt.

 

Eröffnung

Die Eröffnung des bauhaus reuse fand am 26. Mai 2015 statt. Die Programmpunkte waren ein Baufest zusammen mit den etwa 100 über die gesamte Bauzeit beteiligten Auszubildenden und Fachlehrern, die Eröffnung der museumspädagogischen Werkstatt mit einen Bastelworkshop für Kinder und Eltern sowie die Eröffnungsfeier am Abend mit geladenem Publikum.

Die Eröffnungsfeier wurde im Beisein zahlreicher Gäste und Projektpartner mit Redebeiträgen der Direktorin des Bauhaus-Archivs Dr. Annemarie Jaeggi, des Geschäftsführers der IKEA-Stiftung Peter Takacs und von Robert K. Huber, Managing Partner der zukunftsgeraeusche GbR eingeleitet.

 

Nutzungen

Seit der Eröffnung fanden zwischen 2015 und 2018 zahlreiche Programmpunkte unterschiedlicher Formate im bauhaus reuse statt.

Museumspädagogik (Bauhaus Werkstatt):

An unterschiedlichen Formaten von Workshops, durchgeführt von MuseumspädagogInnen des Bauhaus-Archivs, haben 1.150 Kinder und 136 Lehrer teilgenommen. Die museumspädagogischen Formate fanden u.a. in Kooperation mit Jugend im Museum statt.

Diskussionsreihe „Die Qualität der Stadt“ (DQDS):

Die von zukunftsgeraeusche initiierte und in Kooperation mit dem Bauhaus-Archiv, der Architektenkammer Berlin, Kompetenzzentrum Großsiedlungen und competitionline durchgeführte Reihe fand in den Jahren 2015, 2016 und 2017 statt. Die Veranstaltungen erfreuten sich sehr großem Interesse und Zulauf, das Publikum betrug jeweils die Maximalauslastung des Gebäudes. Wie der Name der Reihe sagt, widmeten sich die Veranstaltungen der Frage nach der Qualität der Stadt. Die Betrachtung ging dabei gezielt über Stadt als das Gebaute hinaus. Hinterfragt wurde die Qualität, die in gebauten Lebensräumen und deren Angeboten entsteht sowie was die städtischen Qualitäten ausmacht und wie sie sich erschaffen oder erhalten lassen.

Diskussionsveranstaltung und Filmscreening „25 Years. Living in Change“ (25Y):

Das Projekt „25 Years. Living in Change“ war eine zweiteilige Veranstaltungsreihe von zukunftsgeraeusche, die anlässlich des 25 Jahrestags der Deutschen Einheit und des 20. Jubiläums der Städtepartnerschaft Berlin-Prag in Förderung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Prag (02.10.2015) und Berlin (10.11.2015) durchgeführt wurde. Die Veranstaltung in Berlin fand im bauhaus reuse statt. Die Diskussionen und Filmvorführungen thematisierten die dynamischen Veränderungen von Städten und städtischem Leben seit dem Fall der Berliner Mauer, in einer erweiterten Europäischen Perspektive.

Deutsch-Israelisches Bildungsaustausch-Projekt IGSBE:

Im Rahmen des von zukunftsgeraeusche geleiteten internationalen Bildungsprojekts „Durchführung des Deutsch-Israelischen Berufsbildungsprojekts Nachhaltiges Bauen“ / “Israeli German Sustainable Building Education” mit Israelischen und Deutschen Hochschulen und Berufsbildungseinrichtungen. In dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Deutsch-Israelischen Austauschprojekt erarbeiten Deutsche und Israelische Auszubildende und Studierende in den Jahren 2015, 2016/2017 und 2017/2018 praktisch und theoretisch ein Projekt zum Thema Nachhaltiges Bauen auf der Grundlage des gemeinsamen baukulturellen Erbes der Moderne und des Bauhauses sowie dessen Lehre, die Planung und Praxis in der Lösung einer gemeinsamen Aufgabe verbindet. Mehr Informationen: www.igsbe.org