the building

bauhaus reuse at Bauhaus-Archiv, Berlin, 2015-2018, © schnepp-renou

The temporary building bauhaus reuse consists of about 100 meters of façade elements from the Bauhaus in Dessau, which have been rebuilt for the experimental reuse project.

The components were removed in 2011 on the occasion of the energetic refurbishment of the Bauhaus building and provided by the Bauhaus Dessau Foundation to the zukunftsgeraeusche GbR for the project bauhaus reuse. With these steel window and door elements took place 1976 in the former GDR the large renovation of the today’s UNESCO world cultural heritage after the war destruction; exactly 50 years after it was opened and at the same time as the construction of the Bauhaus Archive in Berlin designed by Walter Gropius.

The bauhaus reuse project thus takes up the Bauhaus’s architectural legacy in an experimental and, at the same time, tangible and meaningful way. It does not musealise, it creates a haptic place of confrontation that invites you to engage with the heritage of modernity in the present time reflexive. Through reuse, the project reflects the graces with material and cultural heritage; a balancing act between marginalisation and de-marginalization, between old and new, between charging meaning, icon and neutralisation as usable material. It is about values, culturally and materially, about contextual and at the same time simple and experimental approach as well as the question, how manners with the heritage of building substance and its meaning can be maintained and renewed.

With the glass facade elements from the Dessau Bauhaus building takes over bauhaus Reuse the architectural language of modernity oriented towards transparency and light-flooding and experiment with the use of the windows as a walk-in double façade with a transparent building envelope and passive measures of ventilation and shading, with sealing and heat retention. The façade elements were mounted on a lightweight supporting structure, the stiffening of the building is done, inter alia, with sea containers, which are located inside and are used as opaque space cells, for example, for sanitary and storage space. The bauhaus reuse is fully demountable and remountable, which means that all components of the approximately 174 sqm comprehensive temporary and mobile building can be reused in a resource-saving and sustainable way.

 

data:

footprint  ca. 174 qm

usable area  ca. 166 qm

basic dimensions   ca. 12 x 14 m

height  ca. 4,7 m

building method
Lightweight Steel-Skeleton-Construction (verzinkt), completely de-/remountable

foundation
STB-Point Foundation (reusable)

capacity

class 1 building  100 Pers. (seated)

special construction  200 Pers.

location (until 2018)
Bauhaus-Archiv, Berlin

location (since 2018)
Ernst-Reuter-Platz, Berlin

owner   zukunftsgeraeusche GbR

architecture/site supervision     zukunftsgeraeusche GbR

 

über das gebäude

bauhaus reuse at Bauhaus-Archiv, Berlin, 2015-2018, © schnepp renou

Das temporäre Gebäude bauhaus reuse besteht aus etwa 100 Metern Fassaden-Elemente aus dem Bauhaus in Dessau, die von der Stiftung Bauhaus Dessau zur Verfügung gestellt wurden. Die Bauteile wurden 2011 anlässlich der energetischen Sanierung des Bauhaus-Gebäudes ausgebaut und für das experimentelle Wiederverwendungsprojekt bauhaus re use neu zusammengefügt. Mit diesen Stahl-Fenster- und Türelementen erfolgte 1976 in der ehemaligen DDR die Sanierung des heutigen UNESCO-Weltkulturerbes; genau 50 Jahre nach dessen Eröffnung und gleichzeitig mit dem Baubeginn des von Walter Gropius entworfenen Bauhaus-Archivs in Berlin.

Das Projekt bauhaus reuse greift damit das bauliche Erbe des Bauhauses auf experimentelle und dabei sowohl konkret materielle als auch bedeutungsvolle Weise auf. Es musealisiert nicht, es erschafft einen haptischen Ort der Auseinandersetzung, der einlädt sich mit dem Erbe der Moderne anhand der heutigen Zeit reflexiv und nachhaltig zu beschäftigen. Durch die Wiederverwendung reflektiert das Projekt die Umgangsformen mit materiellem und kulturellem Erbe; eine Gratwanderung zwischen Marginalisierung und Entmarginalisierung, zwischen Alt und Neu, zwischen Bedeutungsaufladung, Ikone und Neutralisierung als verwendbares Material. Es geht um Wertigkeiten, kulturell und materiell, um kontextuelles und dabei einfaches und experimentelles Herangehen sowie um die Frage, wie Umgangsformen mit dem baulicher Substanz und Bedeutung gepflegt und erneuert werden können.

Mit den gläsernen Fassadenelementen aus dem Dessauer Bauhaus-Gebäude übernimmt bauhaus reuse die an Transparenz und Lichtdurchflutung orientierte Architektursprache der Moderne und experimentiert durch den Einsatz der Fenster als begehbare Doppelfassade mit einer transparenten Gebäudehülle und passiven Maßnahmen der Belüftung und Verschattung, mit Abdichtung und Wärmeerhaltung. Die Fenster wurden dabei nicht in der ursprünglichen Art und Weise verbaut, d.h. als Fassade eines Skelett-Massiv-Baus, sondern für sich alleine und herausgestellt vor ein ebenso filigranes Stahltragwerk gehängt.

Ziel ist dabei auch eine experimentelle Überprüfung der Bedürfnisse und Anforderungen an ein derartiges Gebäude über die Nutzung und gegebenenfalls die entsprechende Anpassung. Im Inneren des Gebäudes werden Vorhänge an kalten Tagen gegen die Auskühlung des Gebäudes genutzt (analog eines Wandbehangs), können Teile der Fassade blickdicht verschließen oder den Innenraum bei Bedarf verdunkeln. Zwischen den Fassadenschichten, bestehend aus den Bauhaus- Fenstern, werden weitere Vorhänge als Sonnenschutz installiert. Sich ansammelnde Wärme soll über die natürliche Belüftung des Fassadenzwischenraums abgeführt werden. Alle Vorhänge werden von Hand bewegt. In gleicher Weise werden Stoffbahnen zum horizontalen Sonnenschutz im Dachzwischenraum an Stahlseilen geführt. Die Entlüftung des Dachzwischenraums erfolgt zusätzlich über öffenbare Dachluken, die in die einfache Dachverkleidung aus Hohlkammerstegplatten eingebaut werden.

Das bauhaus reuse ist vollkommen de- und remontagefähig und wurde von der zukunftsgeraeusche GbR entwickelt und – in Kooperation mit dem Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung sowie mit Unterstützung der IKEA-Stiftung – erstmalig auf dem Areal des Museums in Berlin als Bildungsbauhütte in Zusammenarbeit mit der Knobelsdorffschule Berlin und weiteren Partnern realisiert.

Keine vergleichbare Bildungsinstitution stand wie das Bauhaus für das Konzept der Moderne und einer modernen Gesellschaft. Das Projekt bauhaus reuse folgt diesem Ansatz auf performative Weise und eröffnet einen zeitgenössischen Raum der Zusammenarbeit und des Diskurses. Das bauhaus reuse greift das bauliche Erbe des Bauhauses auf experimentelle, sowohl materielle als auch bedeutungsvolle Weise auf. Als ein Bildungsprojekt erschafft es ein haptisches Medium der inhaltlichen Auseinandersetzung, das einlädt sich mit dem Erbe des Bauhauses und der Moderne im Kontext der heutigen Zeit reflexiv und zukunftsweisend zu befassen.