Triennale Moderne 2019

Berlin – Welterbe der Moderne

Weimar. Dessau. Berlin. Auch wenn das Bauhaus gerade einmal 14 Jahre bestand, und davon lediglich ein Jahr in Berlin wirkte, sind die Spuren dieser Zeit in das Stadtbild nachhaltig eingeschrieben. Mit Beispielen wie der Ringsiedlung Siemensstadt, dem Bauhaus-Archiv oder aber dem Hansaviertel sind in Berlin mustergültige Bauten und Meilensteine einer komplexen, mehrere Dekaden umfassenden Architektur-Moderne entstanden. Der Berliner Triennale-Beitrag rückt die einflussreichen Kräfte rund um Gartenstadt-Bewegung, Deutschen Werkbund und Bauhaus-Moderne in den Fokus und konkretisiert sie anhand von mehreren Ausstellungsprojekten.

Das breit angelegte Themen-, Event- und Programmangebot wird von vielen einzelnen Veranstaltern – darunter renommierte Institutionen ebenso wie engagierte zivilgesellschaftliche Initiativen – gemeinsam getragen.

Das thematische Spektrum in Berlin ist dabei immens und umfasst unter anderem:

  • das baulich-kulturelle Erbe der damals bedeutendsten Industriemetropole Europas
  • die Reformbewegungen, die im frühen 20. Jahrhundert der Gründung des Bauhauses vorangingen, Diskussionen prägten und zu großen Teilen von Berlin aus agierten
  • die 2008 zum UNESCO-Welterbe ernannten sechs „Siedlungen der Berliner Moderne“, die 1913–34 entstanden und sich über sieben Berliner Bezirke erstrecken
  • den Umzug des Bauhauses 1932 nach Berlin – und dessen auf Druck der
    Nationalsozialisten 1933 erzwungenen Selbstauflösung
  • die weithin unbekannten versteckten Perlen der Moderne zahlreicher berühmter Architekten der Klassischen Moderne und des Neuen Bauens
  • Prominente Wohnungsbauprojekte und architektonischen Ikonen der Nachkriegszeit

Ziel der Triennale der Moderne ist es Fragen aufzuwerfen! Objekte, Ausstellungen und Vorträge setzen sich mit dem Berlin als Weltstadt der Moderne auseinander und betrachten die Entwicklung der Stadt zum Leitbild für die moderne Städteplanung des 20. Jahrhunderts, die durch unterschiedliche Protagonist*innen geprägt wurde.

Im Rahmen von Führungen durch die „Siedlungen der Berliner Moderne“ lassen sich etwa verschiedene städtebauliche Konzepte in räumlicher und zeitlicher Abfolge vergleichen und mit Themen wie Wohnungsnot, Industrialisierung, politischen Umbrüchen oder aktuellen Herausforderungen des Denkmalschutzes verbinden. Aufbauend und ergänzend soll die Spurensuche „Fokus Bauhaus“ von der Bauhaus-Moderne bis zur Gegenwart führen und über sieben Routen baukulturelle und gesellschaftspolitische Kontexte veranschaulichen und wechselseitig verknüpfen.

Eine besondere Erwähnung soll hier die Veranstaltung „Aufbruch in die Moderne“ erfahren, da sie gezielt den Einfluss jüdischer Architekten aus Ländern Ost(mittel)europas an den Reform­bewegungen des frühen 20. Jahrhunderts beleuchtet.

http://www.triennale-der-moderne.de/

 

Die Triennale der Moderne ist ein noch junges, seit 2013 stattfindendes Veranstaltungsformat. Es beruht auf einer länderübergreifenden Kooperation zwischen den drei Städten Berlin, Dessau und Weimar, die alle über Welterbestätten der Moderne verfügen. Im Dreijahres-Rhythmus werden gegliedert über drei aufeinander folgende Wochenenden in wechselnder Reihenfolge die Architektur und das Erbe dieser bahnbrechenden Epoche durch vielfältige Programmangebote in den Fokus der Öffentlichkeit gebracht.

Anlässlich des 100-jährigen Geburtstages des Bauhauses folgt die Abfolge der Wochenenden dieses Jahr den einzelnen Stationen der berühmten Designschule. Dementsprechend wird Weimar am 27. – 29. September 2019 Gastgeber des Eröffnungswochenendes sein. Es folgt das Wochenende in Dessau vom 4.– 6. Oktober. Das Berliner „Wochenende“ findet vom 10. – 13. Oktober statt. Es bildet den fulminanten Abschluss und steht unter dem Motto Berlin – Welterbe der Moderne.